Mein auf dieser Seite veröffentlichter Blog soll die Berichte in der BNN ergänzen. Es wäre also super, wenn ihr auch die lesen würdet…

Rosso – die Grenze zwischen Mauretanien und Senegal – ist die schwierigste Grenze in ganz Westafrika, da sind sich alle Westafrika-Reisenden einig. Entsprechend unruhig machen wir uns morgens in Nouakchott auf den Weg zur Grenze. Die Landschaft ist völlig anders als im Norden des Landes: grün, hügelig und stark besiedelt. Nichts ist mehr zu sehen von unendlicher Weite. Auch hier gibt es mehrere Straßensperren mit freundlichen Polizisten. Zahlen müssen wir nichts. War es schon in Nouakchott in den letzten Tagen sehr heiß (35 Grad und mehr), so scheint es uns, dass es im Süden immer noch heißer wird. 42 Grad sind an diesem Tag für Rosso vorhergesagt. Das kann ja heiter werden!
Um halb drei erreichen wir die geschlossene Grenze. Es gibt ein großes Wiedersehen mit Sani, einem Freund von mir aus dem Niger, der uns in den nächsten Wochen durch Westafrika begleiten wird. Gemeinsam stehen wir nun um unseren Land Rover herum und warten darauf, dass die Grenze wieder geöffnet wird. Mehrere “Schlepper” bieten uns ihre Dienste an, aber Sani hat uns schon “Helfer” besorgt, ohne die man nicht über die Grenze kommt. Die Beamten ignorieren jeden, der ohne Einheimischen auftaucht.
Um 15.30 Uhr öffnet sich endlich die Grenze und das “Geld abdrücken” beginnt. Jeder Stempel kostet umgerechnet 5 Euro. Sonst machen die Beamten nichts! Ich treffe einen Franzosen, der im Senegal lebt und meint: “Das ist einer der teuersten Grenzübergänge überhaupt. Und meistens dauert es zwischen 3 bis 6 Stunden!” Ich kann es kaum glauben. Nach einer Stunde habe ich endlich alle Ausreisestempel. Loyal ist ausgereist, ohne dass ihn die Mauretanier zu Gesicht bekommen haben. 5 Euro reichen für den Stempel in seinem Pass. Loyal sitzt bei etwa 50 Grad im Auto und wartet – er ist pitschnass. Beide Fähren über den Senegal-Fluss liegen auf mauretanischer Seite. Aber die Mauretanier haben keine Lust sie zu beladen. Alle müssen warten. Erst um 17 Uhr geht es los. Loyal steht kurz vor dem Zusammenbruch. So schnell kann man gar nicht trinken, wie man schwitzt. Um auf die Fähre zu kommen, muss man durch den Fluss fahren. Normale PKWs laufen dabei halb voller Wasser. Das scheint die Fahrer nicht zu stören.
Auf senegalesischer Seite geht es etwas schneller, aber genauso teuer zu. Immerhin gelingt es mir, 3 Wochen Aufenthalt für unser Auto rauszuschlagen. Normalerweise bekommt man nur 48 Stunden, die man dann in der Hauptstadt Dakar verlängern muss. Sogar mein Schlepper ist beeindruckt. Insgesamt kostet der Grenzübergang 4 Stunden und 80 Euro. Es wird schon dunkel, als wir durch das große Tor ins senegalesische Leben entlassen werden. An der ersten Straßensperre fragt der Polizist Loyal: “Was hast du denn gemacht? Wieso siehst du so aus?” “Ich war an der Grenze und habe geschwitzt”, übersetze ich für ihn. Der Polizist und die Umstehenden glauben uns nicht. Kein Wunder: Loyal ist patschnass und tropft. So können wir nicht weiterfahren. Zum Glück kennt Sani einen Freund im 20 km entfernten Richard Toll. In der Nacht verwandelt sich unser Landy in eine Sauna – Loyal gibt nach zwei Stunden auf und setzt sich ins Freie. Er bekommt in dieser Nacht kein Auge zu.

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One Response to Die schwierigste Grenze Westafrikas?!

  1. maik sagt:

    Hallo. Wir wurden richtig abgezogen. Trotz carnet hat uns ein Schlepper noch 150€ für zwei Autos abgenommen. Eine Gruppe Luxemburger durften 300 abdrücken, nur um durchzufahren. Die Polizei bei der Senegaleinreise hat 68000 CFA gekostet. Lt.Transiteuer.

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