Mein auf dieser Seite veröffentlichter Blog soll die Berichte in der BNN ergänzen. Es wäre also super, wenn ihr auch die lesen würdet…

Die Familie, bei der wir in Maputo wohnen, gehört zu den „reicheren“ Mosambikanern. Nicht nur, dass die Wohnung, in der sie wohnen, im Zentrum der Hauptstadt liegt und der Vater wie der Sohn ein Auto (sogar Mercedes!) fahren, sondern gleichzeitig sind alle Kinder (auch die Mädchen) an der Universität gewesen und haben eine gute Ausbildung. Sonito ist Innenarchitekt und entwirft amerikanische Küchen. Wir sind beeindruckt. Tagsüber sind alle beschäftigt. Alle haben Jobs. Die zwei Kinder der Schwestern, die geschieden und deshalb wieder bei ihren Eltern eingezogen sind, gehen tagsüber in die „Schule“ (oder eher Kindergarten).
In der Wohnung duschen alle in der Badewanne sitzend aus dem Eimer. Warmes Wasser wird für besondere Gelegenheiten (z.B. für uns Gäste 😉 gekocht. Essen kochen ist momentan nicht möglich, weil das Gas leer und kein Geld vorhanden ist, um neues zu kaufen. Deshalb bringt Irmao Essen aus der Stadt mit, das dann nur noch in der Mikrowelle warm gemacht werden muss. Auf unserer Matratze ist noch die Plastikhülle, die beim Hinlegen komische Geräusche macht. Die Wände sind schmutzig, an vielen Stellen bröckelt die Farbe. Ganz anders als bei „reichen“ Deutschen oder „Westlern“. Trotzdem bevorzuge ich die Gastfreundschaft der Menschen hier, die mit mir, einer Unbekannten, alles teilen. In Deutschland (oder auch bei Weißen in Südafrika) würde mir in einer vergleichbaren Situation nur der Weg zum nächsten Hostel gezeigt werden. Wie können wir es im „reichen“ Deutschland schaffen, offener und gastfreundlicher zu werden und weniger Angst davor zu haben, dass uns jemand etwas klauen will oder etwas dreckig machen wird?
Ich nehme mir jedenfalls fest vor, dass es auch bei mir immer für jeden etwas zu essen und ein warmes Bett geben soll. Ob ich neu gekaufte Kleidung weiterverschenken werde, bezweifle ich. Dafür bin ich einfach zu deutsch!

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